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Amnesty Arbeitsgruppe Brasilien

Die Arbeitsgruppe Brasilien hat sich 2014 gegründet. Anlass waren die Berichte über die Situation im Vorfeld der Fußballweltmeisterschaft. Die Arbeitsgruppe besteht zur Zeit aus sieben Aktiven, die sich für die Menschenrechtssituation aber auch für die Kultur, die wirtschaftlichen und politischen Verhältnisse, die gesellschaftliche Stimmung und die Menschen in Brasilien interessieren.

Wir treffen uns regelmäßig und tauschen uns zu den neuesten Informationen zu Brasilien und zu den Personen und Themen aus, die wir begleiten. Wir erstellen Petitionen, Briefe an die Verantwortlichen in Brasilien, den Vertretungen in Deutschland und deutschen Politikern im Bundestag und im europäischen Parlament; wir bereiten öffentliche Aktionen vor und knüpfen Kontakte zu Journalisten im Land und zu Vertretern anderer Gruppen, die zu Brasilien arbeiten. Unsere Informationen erhalten wir über die Koordinationsgruppe Brasilien der Sektion Deutschland, die diese wiederum über Amnesty International in London erhält, wo die Informationen der in Brasilien tätigen sog. Researcher aufbereitet werden.

Zur Zeit arbeiten wir schwerpunktmäßig zu folgenden Personen:

Alexandre Anderson de Souza, dem Präsident der Fischereigewerkschaft Associação Homens e Mulheres do Mar (AHOMAR), die ihren Sitz im Verwaltungsbezirk Magé am Praia de Mauá hat. Wir fordern, umfassende Schutzmaßnahmen für die mit Morddrohungen konfrontierten Alexandre An-derson de Souza und Daize Menezes de Souza zu ergreifen. Außerdem fordern wir Untersuchungen zu den Drohungen und Angriffen gegen AHOMAR-Mitglieder sowie zu den vier Todesfällen durchzuführen und fordern, dass die Verantwortlichen vor Gericht gestellt werden.
https://www.amnesty.de/briefe-gegen-das-vergessen/2013/1/brasilien-alexandre-anderson-de-souza

Laísa Santos Sampaio, einer Lehrerin, die in einer kleinbäuerlichen Gemeinschaft von rund 350 Personen in Nova Ipixuna im brasilianischen Amazonasgebiet lebt. Ihre Gemeinschaft lebt von der nachhaltigen Nutzung eines der letzten intakten Regenwaldgebiete der Region und wehrt sich gegen die weit verbreiteten Waldrodungen und gegen die illegale Abholzung. Sie erhalten Morddrohungen, ihre Schwester und ihr Schwager wurden 2011 ermordet. Wir fordern eine Untersuchung zu den Drohungen und den Todesfällen und einen wirksamen Schutz der in der Gemeinschaft lebenden Menschen.

Guarani Kaiowá Gemeinde Apika'y, sie haben am 2013 eine Zuckerrohrplantage im brasilianischen Bundesstaat Mato Grosso do Sul besetzt, die sich ihren Aussagen zufolge auf angestammten Ländereien ihrer Gemeinschaft befindet. Seit der Besetzung wird die indigene Gemeinschaft von bewaffneten Mitarbeiter_innen eines privaten Sicherheitsdienstes bedroht, der auf der Plantage tätig ist. Wir fordern umfassende und unparteiische Untersuchung der Drohungen gegen die Angehörigen der indigenen Gemeinschaft der Guarani-Kaiowá aus der Gemeinde Apika'y durchzuführen.
https://www.amnesty.de/briefe-gegen-das-vergessen/2015/4/brasilien-angehoerige-der-guarani-kaiowa-aus-der-gemeinde-apikay

Jorge Lázaro Nunes dos Santos, zwei seiner sieben Kinder wurden getötet. Ricardo Mattos dos Santos, der älteste Sohn, verließ am 22. Januar 2008 das Haus, um mit seinen Freunden Fußball zu spielen. Er war mit den anderen jungen Männern auf dem Fußballfeld, als ein Auto vorbeifuhr, aus dem auf den Freund von Ricardo, der gerade Fußball spielte, geschossen wurde. Die Männer in dem Auto waren auf der Suche nach zwei Männern, die verdächtigt wurden, das Fahrrad des Sohnes eines pensionierten Offiziers der Militärpolizei gestohlen zu haben. Ricardo und sein Freund Robson de Souza Pinho wurden getötet. Während Ricardo um sein Leben flehte und sagte, dass er nicht zu denjenigen gehöre, nach denen die Angreifer suchten, wurde er von fünf Schüssen getroffen. Nach einer Untersuchung im März 2011, beschuldigten die Staatsanwälte drei Offiziere der Militärpolizei des Verbrechens. Aber drei Jahre nachdem sie angeklagt und sechs Jahre nachdem die außergerichtliche Erschießung stattgefunden hat, ist der Fall immer noch nicht vor Gericht gebracht und niemand zur Rechenschaft gezogen. Am 10. März 2013 wurde Enio Mattos dos Santos, ein anderer Sohn von Jorge Lázaro, aus seinem Zuhause entführt und von Unbekannten erschossen. Er war 19 Jahre alt. Die Umstände seines Todes sind noch unbekannt. Jorge Lázaro hatte für Enio 2011 um eine Aufnahme im Nationalen Programm für Kinder und Erwachsene, die vom Tode bedroht sind (PPCAM), beantragt. Mit dem Argument, dass er nicht bedroht sei, weigerte sich die Programmverwaltung ihn aufzunehmen. Am 10. Juli 2016 wurde Denilson Mattos dos Santos (seinerzeit 18 Jahre alt) zwischen 20.00 und 21.00 Uhr in der Hauptstraße der Region auf dem Weg nach Hause angeschossen. Wir fordern eine gründliche und effektive Untersuchung der Tötungen von Ricardo und Enio, wobei die Täterinnen und Täter vor Gericht gebracht werden sollen und die Familien in beiden Fällen einen angemessenen Schadensersatz, einschließlich Entschädigung und Rehabilitation, erhalten sollen. Gleichzeitig fordern wir die Aufklärung der Ereignisse im Juli 2016 und einen wirksamen Schutz der Familie.

An Informationsständen, aber auch durch Vorträge etwa im Weltladen Darmstadt oder in der Hochschule Darmstadt und im Rahmen von Mahnwachen an öffentlichen Plätzen in Darmstadt machen wir auf die Menschenrechtssituation in Brasilien und unsere Arbeit aufmerksam. Daneben haben wir Kontakt zu dem Journalisten Wolfgang Kunath, der Alexandre Anderson de Souza besucht und über seine Situation berichtet hat.
http://www.berliner-zeitung.de/politik/brasilianischer-mineraloelkonzern-petrobras-morde-und-mobbing-ueberschatten-brasilien,10808018,29925578.html

Links:
http://www.amnesty-brasilien.de
https://www.amnesty.de/laenderbericht/brasilien
https://www.kooperation-brasilien.org/de

Sonstige Veröffentlichungen:
Willkommen in der Kloake, Wolfgang Kunath, Frankfurter Rundschau, 20.05.2015
Verlorenes Paradies, Wolfgang Kunath, Frankfurter Rundschau, 11.05.2015

Kontakt:
Wir freuen uns auf Interessentinnen und Interessenten. Wenn Sie Fragen zu unserer Arbeit haben oder selbst aktiv mitarbeiten möchten, melden Sie sich bitte unter
Stefan Weisenseel
stefan.weisenseel@t-online.de
Tel. 06151-6066295

Aktuelle Veranstaltungen:
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Zurückliegende Veranstaltungen:

• Do 11. Mai 2017, TUD Filmkreis und Amnesty AG Brasilien zeigen "Count-down am Xingu V", anschl. Diskussion mit Regisseur Martin Keßler, Amnesty und Greenpeace im Audimax.
Einladung

• 6. August 2016, Infostand zu Menschenrechtsverletzungen in Brasilien auf dem Luisenplatz in Darmstadt anläßlich der Eröffnung der Olympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro.
Hier finden Sie einen aktuellen Presseartikel.

• 29. Mai - 23. Juni 2016, Ausstellung „Terra“ des Fotografen Sebastião Salgado im Offenen Haus Ev. Forum Darmstadt, Rheinstr. 31. Die Ausstellung entstand zur Erinnerung an das Massaker in „Eldorado do Carajás“, bei welchem 1996 19 Landlose auf einer Protestkundgebung von der Militärpolizei getötet wurden.
Hier finden Sie das Programm des Offenes Hauses und die Einladungspostkarte.

• 23. Juni 2016, Finissage Ausstellung „Terra“ des Fotografen Sebastião Salgado mit Musik von Heitor Villa-Lobos. Solistin Gvaneta Betaneli.

• 21. Juni 2016, Filmvorführung „Olga Benario, Ein Leben für die Revolution“, eine Dokumentation über das Leben der deutschen Kommunistin Olga Benario, die 1936 in Brasilien wegen Hochverrats verhaftet, nach Deutschland ausgeliefert und 1942 in einem Vernichtungslager ermordet wurde. Ort: Offenen Haus Ev. Forum Darmstadt, Rheinstr. 31

• 16. Juni 2016, Vortrag Wolfgang Hees, Freunde der Bewegung der Landlosen (Movimento dos Sem Terra, MST). Ort: Offenen Haus Ev. Forum Darmstadt, Rheinstr. 31
Themen: Pädagogik der Landlosenbewegung/sozialen Bewegungen in Brasilien, Agrarfrage in Brasilien, Optionen des ökologischen Landbaus als nachhaltige Strategie, Geschichte der der Bewegung der Landarbeiter ohne Boden (portugiesisch Movimento dos Trabalhadores Rurais Sem Terra), häufig kurz Bewegung der Landlosen (Movimento dos Sem Terra), abgekürzt MST, Agrotreibstoffen und Menschenrechtsverletzungen an Kleinbauern und Indigenen.

• 7. Juni 2016, Filmvorführung „Das Salz der Erde“, ein Dokumentarfilm über das Leben und Werk des brasilianischen Fotografen Sebastião Salgado in der Ko-Regie von dessen Sohn, Juliano Ribeiro Salgado, und Wim Wenders. Ort: Offenen Haus Ev. Forum Darmstadt, Rheinstr. 31

• 3. Juni 2016, Vortrag Phyllis Bußler, Amnesty International Deutschland, Koordinationsgruppe Brasilien, aus Köln und Nop Duys, Amnesty International Niederlande, Regionalkoordinator Lateiamerika / Brasilien, aus Amsterdam über die aktuelle Menschenrechtssituation und das Impeachment-Verfahren in Brasilien. Ort: Offenen Haus Ev. Forum Darmstadt, Rheinstr. 31

• 29. Mai 2016, Vernissage Ausstellung „Terra“ des Fotografen Sebastião Salgado im Offenen Haus Ev. Forum Darmstadt, Rheinstr. 31., mit der Samba-Band SAS (Samba am Sonntag)
Einladungspostkarte.
Pressemitteilung

• 10. Mai 2016, Vortrag Wolfgang Kunath, Journalist in Rio de Janeiro, tätig u.a. für die Berliner Zeitung, die Frankfurter Rundschau und die Stuttgarter Zeitung, über die Situation in Brasilien im Vorfeld der Olympischen Spiele 2016, im Offenen Haus Ev. Forum Darmstadt, Rheinstr. 31
Pressemitteilung

Wolfgang Kunath (sitzend) und Eberhard Wenzel (Amnesty)

• 10. Oktober 2015, Menschenrechtsverletzungen in Brasilien im Vorfeld der Olympischen Spiele 2016, Mahnwache am 10. Oktober 2015 am Weißen Turm in Darmstadt
Pressemitteilung

• 14. Juni 2014, Fußball-WM in Brasilien und Menschenrechtsverletzungen, Vortrag und Diskussion mit Phyllis Bußler, Amnesty International, Köln in der Hochschule Darmstadt, Glaskasten, AStA der Hochschule Darmstadt, Campus Darmstadt, Schöfferstraße 3
Pressemitteilung

• 13. Juni 2014, Fußball-WM in Brasilien und Menschenrechtsverletzungen, Vortrag und Diskussion mit Phyllis Bußler, Amnesty International, Köln, im Weltladen Darmstadt, Elisabethenstr. 51
Pressemitteilung