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amnesty international zum Thema Folter

Der österreichische Schriftsteller und Widerstandskämpfer Jean Améry sagte einmal über seine in KZ-Haft erlittene Folter, dass man „[die Folter] nicht beschreiben kann, weil die Gefühlsqualität des physischen Erleidens prinzipiell sich der Mit-Teilung entzieht.“ (zit. nach Leo A. Müller 1989: betrifft: amnesty international, Seite 69).

Flyer zum Thema Folter   Ausschnitt aus einem Flyer von amnesty

Menschen werden gefoltert, um sie körperlich und seelisch zu zerstören. Folter betrifft aber nicht nur die Gefolterten, sie hat auch einen weit reichenden politisch-psychologischen Effekt auf die Bevölkerung. Die Angst, Opfer von Folterungen oder Misshandlungen zu werden, führt zum Verzicht auf die Wahrnehmung grundlegender Bürgerrechte, wie zum Beispiel Meinungs- oder Versammlungsfreiheit, und zur Unterdrückung jeglichen oppositionellen politischen Handelns. Die Vereinten Nationen definieren Folter als „jede Handlung […], durch die einer Person von einem Träger staatlicher Gewalt oder auf dessen Veranlassung hin vorsätzlich starke körperliche oder geistig-seelische Schmerzen oder Leiden zugefügt werden, um von ihr oder einem Dritten eine Aussage oder ein Geständnis zu erzwingen, sie für eine tatsächliche oder mutmaßliche von ihr begangene Tat zu bestrafen oder sie oder andere Personen einzuschüchtern […].“
(vollständiger Text auf der Website des Auswärtigen Amtes)

Auch zahlreiche weitere internationale und nationale Vereinbarungen und Abkommen sollen Menschen vor staatlichen Übergriffen schützen. Trotzdem zeigen Untersuchungen von amnesty international, dass es in mehr als 150 Ländern zu Folterungen oder Misshandlungen durch Angehörige staatlicher Organe kommt. In 70 Ländern ist Folter weit verbreitet. In mehr als 80 Staaten sind Menschen an den Folgen der erlittenen Folter gestorben. Folterungen und Misshandlungen geschehen aber nicht nur in Militärdiktaturen, auch in demokratischen Staaten kommt es zu Fällen staatlicher Gewalt. Nachforschungen von amnesty international haben ergeben, dass nicht nur politische Gefangene gefoltert werden. Heutzutage werden vor allem Straftäter und Strafverdächtige Opfer von Folterungen und Misshandlungen.

Collage zu amnesty   Collage zur Arbeit von ai

Wer gefoltert wurde, leidet oft sein Leben lang an den körperlichen und seelischen Verletzungen. So auch Jean Améry. Er sagte: „Wer der Folter erlag, kann nicht mehr heimisch werden in der Welt.“  (zit. nach Leo A. Müller 1989: betrifft: amnesty international, Seite 78). 1978 nahm sich Jean Améry 61-jährig das Leben. Ein weltweites Problem ist die Straffreiheit der Täter. Dadurch werden die Opfer ein zweites Mal gedemütigt. Wie lässt sich Folter verhindern? Dazu hat amnesty international ein 12-Punkte-Programm entwickelt (siehe hierzu auf www.amnesty.de).


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